Fischer: Diskussion und Ausblick.

Z I M   «Paarweise PCS-Vergleiche» (Version 1.31) Kapitel 5       Nov. 2005


Diskussion und Ausblick

Wolfram Fischer

Zentrum für Informatik und wirtschaftliche Medizin
CH-9116 Wolfertswil SG (Schweiz)
http://www.fischer-zim.ch/


      
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Inhaltsverzeichnis

 

 

5 Diskussion und Ausblick 1

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5

Diskussion und Ausblick

1

 

Es zeigte sich, dass der Fraktionierungskoeffizient grundsätzlich ein interessantes Mass ist, um die relative inhaltliche Unterschiedlichkeit in Patienten­klassifi­kations­systemen sicht­bar zu machen.

2

 

In der Folge sind eine Reihe von Diskussionspunkten zu­sammen­gestellt. Sie sind gleichzeitig Vorschläge zur Weiterarbeit.

3

 

 

 

1 Base DRGs can be subsumed in «DRG-Klassen», i. e. a kind of «product groups» or «product lines», according to thematic resemblance. Cf. among others Krüger/Lenz [2004]; http:// www.adimehp.com / G-GHM.htm; Buronfosse et al. [OAP manuel 3.0, 2003]; Buronfosse et al. [OAP court séjour, 2002]; Ruiz [GA+GF, 1999], as well as the «product lines» in the PMC system: PRI [PMC-Rel.5, 1993].

2 Basis-DRGs können nach inhaltlicher Zusammengehörigkeit in «DRG-Klassen», in einer Art «Produktegruppen» oder «Produktelinien» zu­sammen­gefasst werden. Vgl. dazu u. a.: Krüger/Lenz [2004]; http:// www.adimehp.com / G-GHM.htm; Buronfosse et al. [OAP manuel 3.0, 2003]; Buronfosse et al. [OAP court séjour, 2002]; Ruiz [GA+GF, 1999] sowie die «Produktelinien» im PMC-System: PRI [PMC-Rel.5, 1993].

 

Vereinheitlichung der Haupt­kate­gorien:

  • Haupt­kate­gorien mit wenig Gruppen und Behand­lungs­fällen könnten – dem Beispiel des IRDRG-Systems folgend – zu­sammen­gefasst werden. Die beträfe z. B. HIV, welche den Infekten zugeteilt würden, oder Polytraumata, welche in verschiedene Haupt­kate­gorien aufgeteilt würden.
  • Die Haupt­kate­gorie der Transplantationen und Tracheo­stomien ist im IRDRG-System aufgelöst. Analog könnten die Basis-DRGs in den anderen Systemen aus dieser Haupt­kate­gorie entfernt werden und den Haupt­kate­gorien der betroffenen Organsysteme zugeteilt werden.
  • Nebst Haupt­kate­gorien könnten «DRG-Klassen» als zusätzliche Hier­archie­ebene eingeführt werden, womit ähnliche Basis-DRGs besser zusammengezogen werden könnten. 1

4

 

Basis-DRGs:

  • Die Definition für Basis-DRGs könnte präzisiert werden. Einzelne DRGs könnten dadurch – auch wenn sie vom Hersteller als se­pa­rate Basis-DRGs definiert sind – zusätzlich zu­sammen­gefasst werden.

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3 Um z. B. zu untersuchen, wo es Verschiebungen in andere Subkategorien gegeben hat, könnten bei der Berechnung der Fraktionierungskoeffizienten die Gewich­tungen von Abbildungen innerhalb der Subkategorie der zu beurteilenden Basis-DRG auf Null gesetzt werden.

 

Fraktionierungskoeffizient:

  • Bei der Gewich­tung könnte evtl. unterschieden werden zwischen Gruppen des Referenzsystems, welche innerhalb der gleichen DRG-Subkategorie (oder innerhalb der gleichen DRG-Klasse; vgl. oben) liegen und anderen.
  • Bei der Aggregation der Fraktionierungskoeffizienten auf der Ebene von Subkategorientypen und auf der Systemebene könnten die Fehlergruppen ausgeschlossen oder speziell behandelt werden. (Dies ist insbesondere dort nötig, wo es systembedingt viele Fehlklassierungen gibt, wie z. B. bei LDF, wo die Transcodierung offensichtlich noch viele Mängel aufwies.)
  • Der Einfluss der An­zahl Fall­gruppen auf den Fraktionierungskoeffizient muss noch untersucht werden.

6

 

Belegungsdiagramme:

  • Die Grösse der Flächen könnte – anstelle nach der Fallzahl – nach der DRG-gewichteten Fallzahl berechnet werden. Damit wäre sie proportional zum Umsatz.
  • Die Einfärbung der Basis-DRGs des Referenzsystems beruht momentan direkt auf deren Codenummer. Dies liefert insbesondere dann akzeptable Resultate, wenn das zu untersuchende System nach einer ähnlichen Hierarchie aufgebaut ist wie das Referenzsystem. Besser wäre es allerdings, die Einfärbung aufgrund einer noch zu definierenden gemein­samen logischen Ordnung vorzunehmen.

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Paarweise Analyse von Patienten­klassifi­kations­systemen:

  • Ein detaillierter Einblick in einzelne Basis-DRGs eines Ausgangssystems und deren Aufschlüsselung nach Basis­fall­gruppen der Referenzklassifikation wurde bis jetzt nur beispielhaft vorgenommen. Er sollte systematisiert werden.
  • Eine Information über die Verhältnisse der Kosten­gewichte könnte hinzugefügt werden.
  • Eine Darstellung zur Aufschlüsselung einer Basis-DRG in mehre­re auszuwählende Referenzklassifikationen sollte entwickelt werden.
  • Die Vergleiche von DRGs mit SQLape-Kategorien müssen noch weiter entwickelt werden.

8

 

Thematische Vergleiche:

  • DRG-Systeme könnten – wie im Text beispielhaft durchgeführt – nach Themen miteinander verglichen werden.

9

4 Cf. Rieben et al. [Pfadkostenrechnung, 2003]: 29 ff.

5 Vgl. Rieben et al. [Pfadkostenrechnung, 2003]: 29 ff.

 

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Der Fraktionierungskoeffizient kann benutzt werden, um die Übereinstimmung eines alternativen Patienten­klassifi­kations­systems (wie z. B. das von einzelnen Spitälern im Kanton Aargau zur Vergütung eingesetzte System »mipp› 2) mit einem DRG-System zu analysieren.
  • Fraktionierungskoeffizient und insbesondere auch Belegungsdiagramme könnten benutzt werden, um innerhalb einzelner DRGs Unterschiede in der Diagnosen- und Prozeduren-Codierung festzustellen.
  • Fraktionierungskoeffizient und Belegungsdiagramme könnten benutzt werden, um die Veränderungen von verschiedenen Versionen eines einzelnen DRG-Systems von Jahr zu Jahr zu beobachten.

10

 

 

 

 

Literaturverzeichnis

 
Buronfosse et al.
OAP court séjour
2002
Buronfosse A, Duportail P, Delhommeau A, Martin S, Lepage E. Utilisation de l'outil d'analyse PMSI (OAP) court séjour. In: Info en santé 2002/1: 3–5. Internet: http:// fhf.ecritel.net / fhf / docs / lettreinfo / infosante1.pdf.

11

Buronfosse et al.
OAP manuel 3.0
2003
Buronfosse A, Discazeaux, Echard, Lellouch, Vollaire. Classification OAP: version 3.0 (Analyse des données PMSI 2002). Manuel d'utilisation. (Assistance Publique Hôpitaux de Paris) 2003: 6 S. Internet: http:// gimep.free.fr / oap_v30.zip.

12

Krüger/Lenz
2004
Krüger R, Lenz MJ. G-APDRG: Ein synthetisches Beschreibungsmodell der Kranken­haus­lei­stun­gen, entwickelt auf der Grundlage der G-GHM. In: 5. Deutsche Casemix-Konferenz, Konferenzdokumentation 2004: 257–264.

13

PRI
PMC-Rel.5
1993
PRI (The Pittsburgh Research Institute). Patient Manage­ment Categories. A Comprehensive Overview. Pittsburgh (The Pittsburgh Research Institute) 1993: ca. 65 S.

14

Rieben et al.
Pfadkostenrechnung
2003
Rieben E, Müller HP, Holler T, Ruflin G. Pfadkostenrechnung als Kosten­träger­rechnung. Kalkulation und Anwendung von Patientenpfaden. Landsberg (ecomed) 2003: 279 S.

15

Ruiz
GA+GF
1999
Ruiz J. PMSI et Groupes de produits. Exemple: Groupes fonctionnels, Groupes d'activités. 1999: 4 S. Download ab: http:// www.adimehp.com / GAGF.htm.

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Fundstelle = http://www.fischer-zim.ch/text-basis-drg/t-agrp-5-disk-Diskussion-0511.htm
( Letztmals generiert: 27.04.2010 )